Kinopremiere zum Reformationsjahr

Wie Luther, Zwingli und Calvin die Welt verändern

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Große Kinopremiere für einen Limburger Film. Am Sonntag, 4. Dezember 2016 präsentiert das Cineplex um 18 Uhr einen neuen Dokumentarfilm über Luther und Zwingli. Rund ein Jahr hat der Drehbuchautor und Regisseur Rainer Wälde an diesem Projekt gearbeitet.

Logistische Meisterleistung

Für die Akteure vor und hinter der Kamera ist es eine logistische Meisterleistung: Innerhalb von drei Wochen quer durch die Schweiz, Deutschland und das Elsaß. Rund 50 Mitarbeiter sind notwendig, um die Geschichte von Martin Luther, Bruder Klaus, Ulrich Zwingli und Johannes Calvin zu erzählen. Damit es historisch korrekt und für den Zuschauer kurzweilig wird, ist rund ein Jahr vom ersten Drehbuchentwurf bis zur Kinopremiere notwendig.

Auftakt für die Dreharbeiten war am Nationalfeiertag die kleine Einsiedler-Zeller im Ranft, in der Bruder Klaus 20 Jahre gelebt hat. Um die Spielszenen möglichst authentisch zu drehen, verzichtete das Team weitgehend auf künstliches Licht und dreht auch hier nur mit Kerzen und dem einfallenden Sonnenlicht der kleinen Fenster.

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Casting nach historischen Vorlagen

Für die Hauptrollen wurden vier Schweizer Darsteller gecastet, die den Vorbildern möglichst ähnlich sehen: Andreas Bäumler und seine Frau Salome spielen Bruder Klaus und Dorothea von Flüe . Für die Rolle des Ulrich Zwingli schlüpfte Thomas Bühlmann in das historisch nachempfundene Kostüm. Johannes Calvin, der Genfer Reformator wird von Noah Schär dargestellt.

Der Schweizer Co-Produzent Hans Jörg Fehle betont, dass der Film keine Konkurrenz zu anderen Zwingli- oder Bruder Klaus-Projekten sein will, die je eine Gestalt in die Mitte stellen. Die neue Dokumentation kombiniert zum ersten Mal die Biografie von drei Persönlichkeiten, die normalerweise in unterschiedlichen Traditionssträngen je für sich behandelt werden.

Beitrag für eine neue Erinnerungskultur

Fehle betont, wie wichtig es für ihn ist, die beiden Gedenkjahre nicht nur in der “eigenen” Tradition zu begehen, sondern dafür auch andere Menschen zu interessieren. Nach seiner Ansicht fehlt der Schweiz eine landesweite Erinnerungskultur; mit dieser Filmdokumentation will er einen Beitrag dazu leisten, das diese wachsen kann.

Als echter Glücksfall für die Produktion erwies sich die Baseler Kostümdesignerin Eva Buztzkies, die anhand von historischen Zeichnungen und Gemälden für alle Mitwirkenden die passende Garderobe entwickelte. Auch die fünf Filmkinder von Bruder Klaus hatten sichtlich Spaß dabei unbeschwert ihre Rollen im Wohnhaus zu spielen.

Dreharbeiten im Marburger Schloss mit Professor Margot Käßmann, Kameramann Andreas Lehmann und Regisseur Rainer Wälde.

Dreharbeiten im Marburger Schloss mit Professor Margot Käßmann, Kameramann Andreas Lehmann und Regisseur Rainer Wälde.

Bereits Ende Juli begannen die Dreharbeiten im Marburger Schloss, um die Auseinandersetzung der beiden Reformatoren Martin Luther und Ulrich Zwingli in Szene zu setzen. Vor der Kamera charakterisierte Professorin Margot Käßmann die beiden Persönlichkeiten, die vor 500 Jahren für politische und gesellschaftliche Unruhen sorgten.
Im historischen Lutherzimmer fand 1529 die Begegnung zwischen Luther und Zwingli statt, bei der beide Theologen über die Form des Abendmahls diskutierten. Margot Käßmann beleuchte die historischen Religionsgespräche aus heutiger Sicht. Seit vier Jahren ist sie offizielle Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum, an das 2017 bundesweit erinnert wird.

Aktuelles Storytelling im Reformationsjahr

Um auch jüngere Zuschauer zu begeistern, werden die Lebensgeschichten in einer modernen Erzählweise kombiniert, die den heutigen Sehgewohnheiten entspricht. Der Drehbuchautor und Regisseur Rainer Wälde versucht die innere Motivation der Figuren aufzuzeigen und mit aktuellem Storytelling zu verknüpfen.

Seit 20 Jahren arbeitet der Limburger Filmemacher als Produzent und war unter anderem für NBC Super Channel, den MDR und RTL tätig. In den letzten Jahren wurde er für seine Dokumentationen mehrfach ausgezeichnet – so erhielt der Film „Im Segen der irischen Mönche: Columban und Gallus verändern Europa“ einen silbernen Globe beim „World Media Festival“.

Für Hans Jörg Fehle, Pfarrer der Evangelisch- Reformierten Kirche des Kantons Schaffhausen stellt der Film drei spannende, menschliche Fragen: Wofür bin ich auf der Welt? Was ist meine konkrete Aufgabe? Und wie weit bin ich bereit dafür zu gehen?

 

Eine Antwort auf Kinopremiere zum Reformationsjahr

  1. Christian Wachter sagt:

    Ich bin gespannt, den Film am 17.5.17 in der Klosterkirche Spieskappel zu sehen. Dort hat Martin Luther auf dem Weg zum Marburger Religionsgespräch 1529 Quartier bezogen.

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