Mein persönlicher Lesetipp: Hörzu Reporter

hoerzu-reporterSelten bin ich von der Erstausgabe einer Zeitschrift so begeistert worden, wie von Hörzu Reporter. Eigentlich habe ich von einer klassischen TV-Zeitschrift gar nicht soviel Innovation erwartet: Doch das neueste Produkt aus dem Hause Springer ist wirklich ein Knaller. Ob Cover, Themenmix oder Layout: Mit diesem Heft haben die Reporter wirklich einen großen Wurf gelandet. Das Edel-Magazin bietet 23 Reportagen, inhaltstark und gut getextet. Eine Menüauswahl von guten Geschichten, die beim Lesen neue Horizonte öffnen.

Zugegeben: Ich bin ein Vielleser, der bei bei jeder Reise ausführlich die Bahnhofsbuchhandlungen nach neuen “Trüffeln” durchsucht. Die wöchentliche Standardkost (Spiegel, Welt, Stern, Zeit) bietet häufig denselben Themenmix. Was ich Montags im einen Magazin gelesen habe, finde ich häufig in der Woche darauf als Variante in einer anderen Zeitschrift.

Ungewöhnliche Geschichten, die berühren

hoerzu-reporter4Umso überraschender finde ich deshalb das neue Reporter-Magazin der Hörzu: Außergewöhnliche Unterwasser-Fotos zeigen den Kampf der Meere. Besonders berührt hat mich die Geschichte über den “Wolkenkratzer der Armut”: Ein Hochhaus in Caracas wurde wegen der Wirtschaftslage in Venezuela nicht fertig gebaut. In der Bauruine leben in 45 offenen Stockwerken rund 3.000 Menschen. Ihr Schicksal in diesem Hochhaus-Slum geht unter die Haut.

Spannend finde ich auch das Portrait des Filmproduzenten Nico Hofmann: “Der Goldjunge” ist gerade mit dem Dreiteiler “Unsere Mütter, unsere Väter” beim ZDF auf Sendung. Auch ihn fasziniert die europäische Geschichte – ein Thema das uns beide als Filmemacher verbindet.

Kritische Töne und neue Perspektiven

hoerzu-reporter5Als Titelgeschichte gibt es auch einen interessanten Hintergrund-Bericht über Angela Merkel, die aktuelle “Miss World”.  Oder eine Reportage über das größte deutsche Containerschiff “New York Express”. Der reisende Größenwahn unserer globalisierten Welt. Diese Packesel der Moderne befördern  13.000 Container auf einen Schlag – ein vergleichbarer Güterzug müsste 90 Kilometer lang sein. Wenn ich dann noch lese, mit welchem Tempo diese Lastkähne fahren: 20.000 Kilometer in 34 Tagen. Kein Wunder, dass so eine Schiff für eine Vollbremsung knapp viereinhalb Kilometer benötigt.

Sie merken schon, warum mich dieses Reporter-Magazin begeistert – trotz des stolzen Copypreises von 10 Euro. Rund 226 Seiten Lesestoff und ich bin noch lange nicht durch. Es gibt noch genügend Geschichten für die bevorstehenden Feiertage und so neugierige Menschen wie mich. Ich hoffe nur, dass es nicht bei dieser Erstausgabe bleibt und Springer den Mut hat, mit diesem Qualitäts-Journalismus in Serie zu gehen.

 

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